Stärkere KI-Nutzung kann Europas Wachstum beleben

Künstliche Intelligenz gilt als zentraler Wachstumstreiber, doch Europa nutzt ihr Potenzial noch nicht ausreichend. Während in den USA bereits ein deutlich größerer Anteil der Beschäftigten mit KI arbeitet, bleibt die EU zurück. Dabei zeigen aktuelle Studien: KI kann Arbeitsprozesse massiv effizienter machen und Produktivität spürbar steigern. Warum Europa jetzt handeln muss.

Zuletzt aktualisiert am 30.04.2026, 14:33

Die Hände einer Person liegen auf der Tastatur eines Laptops. Darüber ist grafisch eine Website gelegt. Innerhalb der Website steht ChatGPT sowie Ai. Außerdem sind darin Sprechblasen © Sutthiphong | stock.adobe.com

Dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) wird erhebliches Potenzial zur Steigerung der Arbeitsproduktivität zugeschrieben. In Europa wird dieses bislang jedoch deutlich weniger genutzt als in den USA. Während in den Vereinigten Staaten bereits 43,0 % der Beschäftigten KI im Arbeitsumfeld verwenden, beträgt der Anteil in der EU im Durchschnitt lediglich 31,3 %. Dabei wäre durch eine intensivere Nutzung der Technologie mit erheblichen Effizienzgewinnen zu rechnen. Eine aktuelle Studie von Bick et al. 2026 zeigt: Eine Person, die 40 Stunden pro Woche arbeitet und KI verwendet, müsste ohne Nutzung der Technologie 2,3 zusätzliche Arbeitsstunden aufwenden, um dieselbe Arbeitsmenge zu bewältigen.

Europa liegt bei der KI-Nutzung deutlich hinter den USA

Anteil der Beschäftigten, die generative KI am Arbeitsplatz verwenden

In %

Quelle: Bick et al. (2026), eigene Berechnungen. Befragungszeitraum: Jänner und Februar 2026 (N = 20.916). Generative KI umfasst Verfahren des maschinellen Lernens, die neue Inhalte, wie Texte, Bilder, Videos oder Musik erzeugen. EU-Durchschnitt: ungewichteter Mittelwert von DE, FR, IT, NL und SE.

Quelle: Bick et al. (2026), eigene Berechnungen. Befragungszeitraum: Jänner und Februar 2026 (N = 20.916). Generative KI umfasst Verfahren des maschinellen Lernens, die neue Inhalte, wie Texte, Bilder, Videos oder Musik erzeugen. EU-Durchschnitt: ungewichteter Mittelwert von DE, FR, IT, NL und SE.

FAZIT

Vor dem Hintergrund des Rückgangs der Erwerbsbevölkerung und begrenzter fiskalischer Spielräume ist eine stärkere Ausschöpfung des Potenzials der KI von zentraler Bedeutung für die Verbesserung der europäischen Wachstumsperspektive. Diffusionsfördernde Maßnahmen sowie die Verankerung von KI‑ und Datennutzungsschwerpunkten in bestehenden Förderinstrumenten können die Anwendung von KI unterstützen. Ergänzend kann der in der Industriestrategie Österreich 2035 vorgesehene Fokus auf Schlüsseltechnologien dazu beitragen, KI stärker in industrielle Wertschöpfungsprozesse zu integrieren und so die Produktivität zu erhöhen.