Chancen der Digitalisierung nutzen
Österreich macht Tempo bei der Digitalisierung – aber reicht das, um bis 2030 ganz vorne mitzuspielen? Im Rahmen der Digitalen Dekade verfolgt die EU ambitionierte Ziele. Österreich zählt bei KI bereits zu den Vorreitern, doch es bleibt viel zu tun: von der digitalen Infrastruktur bis zur Unterstützung für KMUs und Start-ups. Jetzt gilt es, Chancen gezielt zu nutzen und digitale Innovationen noch breiter in die Wirtschaft zu bringen.
Zuletzt aktualisiert am 08.08.2025, 14:43
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Europa verfolgt im Rahmen der Digitalen Dekade bis 2030 ehrgeizige Digitalisierungsziele. Laut dem aktuellen 3. Länderbericht der EU-Kommission wurden bereits zur Halbzeit bei vielen Key-Performance-Indikatoren (KPIs) beachtliche Fortschritte erzielt. Österreich gehört beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Wirtschaft zu den Vorreitern: Rund 20 % der Unternehmen nutzen bereits die Vorteile dieser Technologie, deutlich mehr als im EU-Durchschnitt (13,5 %). Um das angestrebte Ziel von 75 % KI-Nutzung zu erreichen, bleibt jedoch weiterhin Handlungsbedarf. Initiativen wie die nationale KI-Strategie Österreichs sollen diesen Prozess unterstützen. Auch beim Ausbau der digitalen Infrastruktur sind Fortschritte sichtbar: Die 5G Abdeckung liegt bereits bei 99,5 % und das Ziel ist nahezu erreicht. Bei anderen Konnektivitätstechnologien wie Very High-Capacity Networks (VHCN) oder Fibre to the Premises (FTTP) zeigt sich trotz erheblicher Investitionen weiterhin ein Rückstand.
Österreich ist in einigen digitalen Bereichen bereits gut positioniert
Ausgewählte KPIs der Digitalen Dekade
DESI 2025 Indikatoren (Bemessungsgrundlage 2024) für Österreich und die EU, sowie gesteckte Ziele für 2030

Quelle: Europäische Kommission, eigene Berechnungen.
Anmerkung: Mit * markierte KPIs zeigen den Zielerreichungsgrad prozentual an. Im DESI 2025 sind die KPIs als Absolutzahlen oder Indexpunkte dargestellt.
FAZIT:
Österreich verfolgt ambitionierte Ziele im Bereich der Digitalisierung und ist in mehreren Bereichen bereits gut positioniert. Um die Ziele bis 2030 zu erreichen und zu den führenden Digitalnationen aufzuschließen, sind weitere zielgerichtete Initiativen und Maßnahmen sowie ein treffsichererer Ressourceneinsatz nötig. Ein besonderer Schwerpunkt sollte auf der Unterstützung von KMUs speziell bei der Integration fortgeschrittener Technologien liegen, sowie einem verbesserten Zugang zu Risikokapital für Start-ups und Scale-ups, um Wachstum innovativer Unternehmen zu fördern und die gesamtwirtschaftliche Innovationsdynamik nachhaltig zu stärken. Der Einstieg in die Selbstständigkeit sollte so einfach und digital wie möglich gelingen. Ermöglicht werden kann dies durch einen durchgängigen Gründungsprozess über eine zentrale Plattform, die alle Schritte effizient und nutzerfreundlich bündelt (JW Agenda).

