Forschung wirkt: Warum die Area Süd wirtschaftlich vorne liegt
Forschung & Entwicklung als Schlüssel für Wachstum, Talente und Wertschöpfung in der Area Süd oder warum die Area Süd mit hoher F&E-Intensität zum Innovations- und Wirtschaftsmotor Österreichs wird.
Zuletzt aktualisiert am 15.01.2026, 15:52
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Mit der Eröffnung der Koralmbahn sind die beiden Landeshauptstädte Graz und Klagenfurt nur mehr 41 Minuten voneinander entfernt. Neben einer größeren gemeinsamen Wirtschaftsregion eröffnet sich auch ein bundeslandübergreifender Raum für Forschung und Entwicklung – die forschungsintensiven Bundesländer Kärnten und Steiermark wie auch die mehr als 120.000 Mitgliedsbetriebe der Wirtschaftskammer und ihre über 500.000 Beschäftigten profitieren davon.
Die Area Süd spielt als eine der stärksten Forschungs- und Innovationsregionen in Österreich im F&E-Bereich eine große Rolle. Die Unternehmen mit Sitz in der Steiermark und Kärnten und ihre Mitarbeiter:innen zeichnen sich durch ein hohes Maß an Unternehmergeist und Innovationsfähig- und freudigkeit aus und nehmen damit ihre Rolle als Wirtschaftsmotor durchaus wahr. Die hohe Unternehmensbeteiligung an und in der Forschung ergibt sich aber nicht zufällig: Mehrere Forschungseinrichtungen unterstützen die forschungsintensiven Leitunternehmen in der Area Süd bei ihren Aktivitäten – dies kommt der Produktivität und den Innovationen in den Betrieben sichtbar zugute.
In Zahlen ausgedrückt:
Knapp 4,2 Mrd. Euro wurden in der Area Süd in und für die Forschung im Jahr 2023 investiert (immerhin stolze 810 Mio. Euro bzw. 24,2% mehr als im Jahr 2021). Damit stellt die Steiermark mit 5,31% österreichweit (wieder) die höchste F&E-Quote, Kärnten liegt mit 3,39% im Bundesländervergleich auf Rang 4 (Österreich: 3,26%). Diese hohen Investitionen im F&E-Bereich wirken sich direkt positiv auf die Produktivität, Exportleistung und Beschäftigung im Wirtschaftsraum Südösterreich aus – sie sind damit unverzichtbarer Multiplikator für Zuliefernetzwerke, Start-ups und pushen die regionale Wertschöpfung.
Was zeichnet die hohe F&E-Quote in der Area Süd aus?
Besonders hervorzuheben ist zum einen das signifikant hohe Volumen an F&E in der Region, zum anderen existiert eine ungewöhnlich hohe Unternehmensbeteiligung – ein unverzichtbarer Wirtschaftsmotor. Beide Faktoren sind notwendige und überaus wichtige Indikatoren für direkte Wirkungen auf Betriebe und Arbeitsplätze.
Wie genau wirkt F&E auf Unternehmen im Wirtschaftsraum Süd?
Direkte Effekte
- Produkt- und Prozessinnovation: Unternehmen mit F&E-Kapazitäten entwickeln neue Produkte und/oder effizientere Produktionsmethoden (z.B. forschungsintensive Zulieferer der Automobilbranche erhöhen die Reichweite und Qualität ihrer Komponenten, was wiederum die Exportchancen steigert).
- Patente & Intellectual Property (IP): Eine hohe Patentaktivität sichert die Marktstellung der Unternehmen und schafft Lizenz- und Kooperationsmöglichkeiten. Patente sind handfeste und messbare Indikatoren für betriebliches Innovationspotenzial.
Indirekte Effekte
- Wissens- und Technologie-Transfer: Universitäten und Forschungseinrichtungen liefern Forschungsergebnisse, gründen Spin-offs und bilden qualifizierte Absolvent:innen aus, die für regionale Unternehmen von großer Relevanz sind und mittel- bis längerfristig Innovation und Diversifizierung fördern und sichern.
- Netzwerke & Cluster: F&E-intensive Unternehmen ziehen spezialisierte Zulieferer und Dienstleister potenziell an. Daraus generieren sich mehr Aufträge, was die Arbeitsplätze sichert und Investitionen ansteigen lässt. Effekt: Ein Wachstum der lokalen Wertschöpfung.
- Arbeitsmarkt: Forschungsaktivität schafft attraktive Arbeitsplätze und hält damit die Talente in der Region – in Zeiten eines nach wie vor herrschenden Fachkräftemangels ein entscheidender Wettbewerbsvorteil und die wichtige Basis, um unternehmerisch erfolgreich tätig sein zu können.
Welche weiteren Vorteile für die Unternehmen ergeben sich aus einer hohen F&E-Aktivität?
- Die Markteinführung neuer Produkte durch interne Entwicklungsressourcen und Kooperationen wird beschleunigt.
- Bei differenzierten High-Tech-Produkten ergeben sich höhere Margen.
- Der Zugang zu Fördermitteln & EU-Projekten wird erleichtert, da die regionale Forschungsdichte die Wettbewerbsfähigkeit und Chancen bei Projekteinwerbung erhöht.
- Skalierbarkeit durch Kooperationen mit Hochschulen.
- Talentesicherung: Absolvent:innen und Forscher:innen bleiben in der Region und nehmen Schlüsselpositionen in Unternehmen ein.
Diese Effekte sind nicht nur qualitativ: Die hohen F&E-Ausgaben, die von Unternehmen erbracht werden (Steiermark: rund 75 %) zeigen, dass sich diese der positiven Effekte durchaus bewusst sind und aktiv in diese Vorteile investieren. Sichtbar wird dies in Umsatz-, Beschäftigungs- und Exportstatistiken.
Das erklärte Ziel ist die F&E-Quote weiter zu erhöhen!
Was es dazu braucht:
- Weiterführung gezielter Förderprogramme, die Unternehmensforschung attraktiv machen.
- Ausbau von Übergangsprogrammen (Spin-off-Support, Seed-Finanzierung), damit Forschungsergebnisse schneller kommerzialisiert werden.
- Stärkung der regionalen Hochschul- und Wirtschaftraums und Kooperation mit ansässigen Unternehmen.
- Fokus auf Cluster-Strategien (z. B. Mobilität, Mechatronik, Energie/Umwelt etc.).
Fazit
Forschung & Entwicklung sind für die Area Süd kein „Nice-to-have“, sondern der Motor für Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung und regionales Wirtschaftswachstum. Die Kombination aus forschungsstarken Unternehmen und exzellenten Forschungseinrichtungen ist die Basis für die überdurchschnittliche F&E-Intensität in der Region Südösterreich. Die Zahlen belegen: Hohe F&E-Investitionen gepaart mit einer starken Unternehmensrolle schaffen messbare Vorteile für lokale Unternehmen — höhere Innovationsraten, neue Märkte, mehr Arbeitsplätze und stärkere regionale Wertschöpfung. Gezielte Maßnahmen und entsprechende Rahmenbedingungen verstärken die positiven Effekte und sichern langfristig die Position der Area Süd als Innovations- und Wirtschaftsraum.

