Landeshaushalt Steiermark: Finanzielle Entwicklungen und Herausforderungen im Landesbudget
Die Steiermark steht vor einer großen finanziellen Herausforderung: Zwischen 2010 und 2023 hat sich der Schuldenstand des Landes mehr als vervierfacht. Steigende Ausgaben im Sozial- und Gesundheitsbereich, strukturelle Kostentreiber und neue finanzielle Verpflichtungen setzen das Landesbudget unter Druck.
Zuletzt aktualisiert am 26.08.2025, 14:19

Ein Blick auf die Dynamik der Verschuldung in unserem Bundesland
Die Finanzsituation des Landes Steiermark hat sich in den letzten Jahren zusehends verschlechtert. Steigende Ausgaben und/oder sinkende Einnahmen bringen die öffentlichen Haushalte immer stärker unter Druck, zudem belastet der demografische Wandel besonders die Budgets im Gesundheits- und Sozialbereich. Die Folge daraus: Eine prekäre Finanzsituation, die es tunlichst in den Griff zu bekommen gilt.
Blickt man in der Steiermark auf die Ausgabenentwicklung der letzten Jahre wird deutlich, wie sich gerade strukturelle Kostentreiber und eine überdurchschnittliche Ausgabendynamik auf den Schuldenstand ausgewirkt haben. Die Analyse zeigt, dass es in den Jahren 2010 bis 2023 einen massiven Anstieg der Finanzschulden in der Steiermark gab: Der Schuldenstand wuchs von rund 1,3 Mrd. Euro (2010) auf nunmehr 5,7 Mrd. Euro (2023) – ergibt einen Anstieg um rund 4,4 Milliarden Euro bzw. eine Erhöhung um mehr als 300 %!
Dass sich der Schuldenberg seit 2010 um mehr als vervierfacht hat, könnte im vordergründig wohl daran liegen, dass sich die Budgetverpflichtungen strukturell und zu Lasten des Landesbudgets verändert haben, also weniger durch die Inflation verursacht wurde (der Verbraucherpreisindex stieg im gleichen Zeitraum um rd. 44 %, also weit moderater).
Untermauert wird diese Schlussfolgerung, wenn man sich die Ausgaben des Landes Steiermark über einen längeren Zeitraum betrachtet: 2023 betrugen die Gesamtausgaben knapp 8,3 Mrd. Euro, eine Fortschreibung der Ausgaben mit dem VPI ab 2000 würde bei 6,5 Mrd. Euro zum Liegen kommen, also weit unter den tatsächlichen Kosten liegen. Kostentreiber ist insbesondere die Voranschlagsgruppe Soziale Wohlfahrt (exkl. Wohnbauförderung), die in Relation zum Niveau von 2000 mit 385 % die höchste Ausgabensteigerung vorzuweisen hat. Mit 351 % Ausgabensteigerung weist die Voranschlagsgruppe Gesundheit eine ähnlich rasante Entwicklung nach oben auf.
Abbildung 1: Finanzschulden Steiermark (absolut) 2010 bis 2023
Ein schlechtes Zeugnis muss unserem Bundesland im Österreichvergleich ausgestellt werden: Im Jahr 2023 weist die Steiermark mit 4.520 Euro die zweithöchste Pro-Kopf-Verschuldung im Land auf – lediglich in Kärnten sind die Verbindlichkeiten mit 7.429 Euro noch höher. Auffällig ist, dass sich die Pro-Kopf-Schulden in den letzten drei Jahren (2020 bis 2023) 3.657 Euro auf über 4.520 Euro erhöht hat: Ergibt einen Anstieg um mehr als 860 Euro oder 23,6 % für diesen Zeitraum.
Abbildung 2: Finanzschulden Bundesländer 2023
Zusammenfassend sind die wesentlichen Treiber der Dynamik bei den Landesausgaben langfristige Strukturkosten, steigende Personal-, Gesundheits- und Sozialausgaben sowie neue finanzieller Verpflichtungen. Investitionen in Infrastruktur, Daseinsvorsorge und soziale Sicherungssysteme sind von grundlegender Bedeutung – für die Bevölkerung wie auch für die regionale Wirtschaft – und bedürfen jedenfalls einen gesicherten finanziellen Spielraum, um mittel- und längerfristig wirken zu können. Auch wenn die Frage der Finanzierbarkeit berechtigt und zentral ist, sollten zusätzlich weitere Gesichtspunkte – etwa die effiziente Verwendung öffentlicher Mittel – mitberücksichtigt werden da auch sie zur Entlastung des Haushalts beitragen und finanzielle Spielräume eröffnen können.
Fazit
Der Landeshaushalt der Steiermark steht vor erheblichen Herausforderungen. Die Schuldenentwicklung und das überproportionale Wachstum der Ausgaben mahnen zur Vorsicht. Um die langfristige finanzielle Stabilität zu sichern, wird es notwendig sein, mittelfristig strukturelle Reformen einzuleiten, Prioritäten im Budget zu setzen und nachhaltige finanzpolitische Strategien zu entwickeln.
Unserer Studie „Wirtschaftsstandort Steiermark 2025+“ können weitere Details zum Thema “Öffentliche Finanzen” entnommen werden.