Lohnstückkosten belasten Österreichs Wettbewerbsfähigkeit
Steigende Lohnstückkosten setzen Österreichs Wettbewerbsfähigkeit massiv unter Druck. Während andere EU-Länder kostenseitig aufholen, verliert der Wirtschaftsstandort Österreich an Dynamik, Exportanteilen und Produktivität. Was hinter dieser Entwicklung steckt – und welche wirtschaftspolitischen Hebel jetzt entscheidend sind.
Zuletzt aktualisiert am 06.02.2026, 14:31
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Die österreichische Wirtschaft steht derzeit unter erheblichem Druck. Zwar dürfte nach zwei Jahren Rezession im Jahr 2025 wieder ein leichtes Wachstum zu verzeichnen sein, die Wirtschaftsleistung pro Kopf liegt jedoch weiterhin unter dem Niveau von 2019. Der Produktivitätsrat führt die verhaltene Wirtschaftsentwicklung in seinem aktuellen Jahresbericht maßgeblich auf eine Verschlechterung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit zurück, die sich seit 2022 in einem deutlich stärkeren Anstieg der Lohnstückkosten gegenüber dem EU-Durchschnitt widerspiegelt. Ausschlaggebend dafür sind sowohl die kräftigen Lohnzuwächse der vergangenen Jahre als auch die rückläufige Arbeitsproduktivität, wodurch sich die relative Lohnstückkostenposition gegenüber den europäischen Handelspartnern deutlich verschlechtert hat.
Die Lohnstückkosten in Österreich haben sich in den letzten 5 Jahren um 27,4% erhöht (EU: 20,2%)
Nominelle Lohnstückkosten in der Gesamtwirtschaft, auf Basis von Arbeitsstunden
Index, 2015=100

Quelle: Eurostat.
FAZIT:
Österreich verzeichnete in den letzten fünf Jahren eine wesentlich ungünstigere Entwicklung der Lohnstückkosten als die Mehrheit seiner Handelspartner. Zusammen mit anderen Belastungsfaktoren hat dies bereits zu sinkenden Exportanteilen und einer Verschlechterung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit geführt. Eine nachhaltige Verbesserung der Wettbewerbsposition lässt sich durch eine Senkung der Lohnstück- und Energiekosten, ein wettbewerbsfähiges Steuer- und Abgabensystem sowie den Abbau bürokratischer Hemmnisse erreichen. Darüber hinaus sollte die Steigerung der Produktivität als zentrales Leitmotiv wirtschaftspolitischer Maßnahmen etabliert und durch gezielte Investitionen in Digitalisierung, Innovation und moderne Energieinfrastruktur unterstützt werden.

